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Notizen zur Geschichte des Motorsports in Dülken - Seite 2: 1924
1924 “Motorrad-Club Flottweg 1920 Dülken (Rhld.). - Vorstand lt. Generalversammlungsbeschluß: Ernst Mostertz, 1. Vorsitzender; Josef Kloeters, 2. Vorsitzender;
Josef Niessen, 1. Schriftführer; Albert Schmitz, 2. Schriftführer; sämtlich in Dülken; Josef Mühlenbroich, Boisheim, 1. Kassierer; Karl Gottschalk, Viersen, 2. Kassierer; Hans Tillmann, Amern St. Anton, Sportleiter.
Clubanschriften werden erbeten an den 1. Schriftführer Josef Niessen, Dülken, Bahnhofstraße 8, Tel. Amt Viersen 673. Es wurde ferner beschlossen, das III. Niederrheinische Motorrad-Derby wieder, wie bisher, am 9. Juni 1924
(Pfingstmontag) um die Goldene Windmühle von Dülken auszufahren. Wir bitte alle Sportsfreunde, sich diesen Renntag für uns freizuhalten.” 11. Mai 1924: Gustav Spanknebel vom Motorradclub Flottweg Dülken belegt einen zweiten Platz beim Straßen-Dreieckrennen Kleve-Kalkar-Goch-Kleve
Gustav Spanknebel, wahrscheinlich im Ersten Weltkrieg irgendwo in Frankreich. Außer bei Motorradrennen war Spanknebel in den
zwanziger Jahren auch als Schrittmacher bei Steher-Rennen aktiv. - Foto frdl. zur Verfügung gestellt von den Nachfahren von Gustav Spanknebel. III. Niederrheinisches Motorradderby, Dülken, 09.06.1924 “III. Niederrheinisches Motorradderby 1924. - Am 9. Juni (Pfingstmontag) findet die III. Wiederholung des
Niederrheinischen Motorradderby - Veranstalter Motorradclub Flottweg 1920 Dülken - statt. Neben den Veranstaltungen des Kölner Motorsport Clubs ist dieses Rennen mit eines der größten Rennen Westdeutschlands.
Gelände vollständig eben. Straßen erstklassig und ohne Bahnübergänge. Für große Geschwindigkeiten geschaffen. Als Preise kommen für jeden Klassensieger die „Goldene Windmühle von Dülken“ zur Verteilung. Für die nächsten
Sieger erstklassige künstlerische Plaketten und wertvolle Ehrenpreise. Ferner erhält jeder Teilnehmer des Rennens, der das Rennen in vorgeschriebener Zeit beendet, eine Erinnerungsmedaille. Nennungen sind an den Schriftführer
Herrn Josef Nießen, Dülken (Rheinland), Lange Straße, zu richten.“ “Drittes Niederrheinisches Motorradderby. – Nachdem während der diesjährigen Rennsaison verschiedene größere
und kleinere Motorradprüfungen bereits gefahren sind, richtet sich die westdeutsche Motorradwelt zum großen III. niederrheinischen Motorradderby. Das Rennen wird am 9. Juni (Pfingstmontag) ausgefahren. Veranstalter ist der
Motorrad-Klub „Flottweg 1920“ in Dülken. Wertvolle Ehrenpreise, zum Teil von der Industrie gestiftet, sind bereits
gesichert. Viele Fahrer von Ruf, darunter mehrere Teilnehmer von der jüngsten Deutschlandfahrt sowie ausländische Rennfahrer haben ihre Meldungen bereits angegeben. Man nimmt an, da fortwährend noch Meldungen einlaufen,
daß das diesjährige Motorradderby das größte bisher in Westdeutschland gefahrene Motorradrennen sein wird. Nennungen werden nur noch bis zum 5. Juni entgegengenommen.” “Motorrad-Derby – Noch einmal sei an dieser Stelle auf das große Rennen des Motorrad-Klubs „Flottweg“
hingewiesen. Zu den zahlreichen Nennungen erster Größen auf dem Motorrad sind in den letzten Tagen noch zahlreiche hinzugetreten. Es wird sich also am Pfingstmontag ein außerordentlich spannender und harter Kampf
entwickeln. Zweifellos wird das diesjährige Rennen die beiden bisher veranstalteten, die in jeder Weise gelungen waren, weit übertreffen. Um 1 Uhr ist Start am Kastellchen. Nach Schluß des Rennens finden bei Zenssen und auf
dem Kastellchen große Festbälle statt. Gegen 8 Uhr soll bei Zenssen die Verkündigung der Sieger und die Preisverteilung stattfinden. Wir wünschen der Veranstaltung gutes Wetter und einen schönen Verlauf.” “Motorrad-Rennen in Dülken – Der Motorrad-Klub Flottweg 1920 schreibt uns: Wir machen die Bevölkerung der
durchzufahrenden Ortschaften, sowie die Zuschauer beim Rennen darauf aufmerksam, die größte Vorsicht walten zu lassen. Kinder sind nicht ohne Aufsicht auf der Straße zu lassen. Hunde sowie sonstige Tiere sind festzuhalten. Die
Zuschauer mögen sich nicht direkt an eine Kurve stellen und die Straßen so frei lassen, daß die Fahrer ungehindert passieren können. – Bei den vorjährigen Rennen konnte man beobachten, daß es Zuschauer gab, die anscheinend
für ihr Leben nichts geben. Solche Leute aber wollen auf das Leben ihrer Mitmenschen Rücksicht nehmen. Wir bitten nochmals dringend, die Anordnungen der Polizei, Feuerwehr und Kontrolleure zu befolgen.” „3. Niederrheinisches Motorrad-Derby 1924 – Mit der Verbreitung des Motorrads- und des Kraftwagens nimmt in
gleichem Maße, wenn nicht noch stärker, das Interesse am Motorradsport zu. Ein Beweis für diese Tatsache war gestern das 3. Motorrad-Rennen des Motorrad-Klubs ‚Flottweg 1920’ Dülken. Wie die beiden ersten Rennen, so
zog auch das 3. die Zuschauer aus nah und fern in ungeheurem Maße an. Tausende und Übertausende säumten die Straßen, die von den Rennfahrern benutzt wurden, von Beginn bis zum Ende des Rennens hin. Mit gespannter
Aufmerksamkeit wurde jede Phase desselben verfolgt. Schon am Vortage wurden die Trainingsfahrten mit kritischem Blick verfolgt. Während das Rennen selbst ohne nennenswerten Unfall verlief, waren während des
Vortrainings zwei schwere Unglücksfälle zu beklagen. Am Pfingstsonntag fuhren in der Einfahrt des Kastellchens zwei Maschinen zusammen. Da die Pimph-Maschine des Düsseldorfers Werner Seidel ein sehr schnelles Tempo
hatte, war der Zusammenprall von außerordentlicher Wucht. Der Fahrer Seidel erlitt dabei einen schweren Oberschenkelbruch. Sofort wurde der Schwerverletzte zum Krankenhause und von dort später nach Düsseldorf
geschafft. Ein Todesopfer forderte der zweite schlimme Unfall, der sich am Pfingstmontag morgen hinter dem Schänzchen vor Boisheim ereignete. Auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise verlor der Fahrer Joseph Schlick,
ebenfalls aus Düsseldorf, die Gewalt über seine Maschine, die er auf einer Orientierungsfahrt fuhr. Mit starker Vehemenz wurde er gegen einen Straßenbaum geschleudert, wobei er einen tödlichen Schädelbruch erlitt. Der
sofort herbeigeholte Arzt mußte leider den Tod feststellen. Die Maschine des Unglücklichen berührte eigentümlicherweise den Baum gar nicht. Sie lief etwa 20 Meter weiter und verfing sich im Tannengebüsch. So tief
beklagenswert die beiden Unfälle auch sind, so muß doch festgestellt werden, daß der Motorrad-Klub ‚Flottweg’ keinerlei Schuld daran trägt. In beiden Fällen scheint ein sehr schnelles Fahrtempo wesentlich zum Verhängnis
beigetragen zu haben. Beim eigentlichen Rennen blieben alle Fahrer von jedem ernstlichen Unfall verschont. Um 2 Uhr konnten die Starter die Gruppe 6, welche die 33,6 KM lange Strecke 6x zu durchfahren hatte, ablassen. Mit ganz
kurzen Zwischenräumen folgten dann die übrigen Gruppen. Die Luft erzitterte von dem Klopfen und Hämmern und Surren der Motore und alles hing an den Fahrern, die hinter der Windmühle ihre Räder auf volle Fahrt stellten. Ein
Auseinanderhalten der Gruppen war sehr schwer, da infolge Nachmeldungen die Nummerierung durcheinanderlief. Die erste Runde legte am schnellsten und als erster Paul Rüttgen [sic] auf Harley Davidson in 23 Minuten zurück. In
der zweiten Runde verbesserte er diese Zeit auf 20 Minuten. Bis zum Schluß scheint er diese Zeit dann beibehalten
zu haben. Absolut Schnellster war Herzogenrath-Köln, der 6 Runden in 2 Stunden 4 Minuten durchfuhr. Aber nicht nur die großen Maschinen glänzten mit ihren Leistungen, auch die Kleinräder blieben nicht zurück. Das Rennen
erbrachte so wieder den Beweis für die Güte der Motorräder und die technischen Fortschritte eines Jahres. Der veranstaltende Motorrad-Klub hatte sich viel Mühe gegeben, für einen gut funktionierenden Ordnungsdienst zu
sorgen. Wenn trotzdem Klagen geführt wurden, dann fällt die Schuld auf zahlreiche Zuschauer, die nicht Disziplin zu wahren verstanden und während der ganzen Dauer des Rennens die Straße bevölkerte [sic]. Da muß noch manches
anders und besser werden. Der bei Beginn des Rennens einsetzende Regen, der bald völlig aufhörte, war eine Wohltat, beseitigte er doch radikal die ja überaus lästige Staubbildung. Auf dem Kastellchen herrschte vom Anfang
bis zum Ende des Rennens ein überaus buntbewegtes, lautes Leben. In dem hin- und herflutenden Menschenstrome überwogen die Motorradfahrertypen [?] stark. Gegen 8 Uhr konnte bei Zenssen die Siegerliste des 3.
Motorrad-Derbys verkündet werden.“ “Drittes Niederrheinisches Motorrad-Derby 1924. – Die Siegerliste des dritten Motorrad-Derbys setzt sich folgendermaßen zusammen: Klasse 1, bis 150 ccm, 2 Runden: Klasse 2, bis 250 ccm, 4 Runden Klasse 3, bis 350 ccm, 4 Runden Klasse 4, bis 500 ccm, 6 Runden Klasse 5, bis 750 ccm, 6 Runden Klasse 6, über 750 ccm, 6 Runden Dreistädtezeitung 11.06.1924
Vereinsregister: “Motorrad-Club „Flottweg 1920“ (ADAC) Dülken: 1. Vors.: Jos. Nießen, Dülken, Bahnhofstr.;
Schriftführer: Jos. Kloeters, Dülken, Langestr. 129; Sportleiter: Gust. Spanknebel, Viersen, Burgstr.; Clublokal: Castellchen b. Dülken; Regelmäßige Versammlungen: Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat; Veranstaltungen: Einige
Geschicklichkeits- und Wanderfahrten innerhalb des Clubs” Beim Automobil-Turnier in Bad Neuenahr (19.-21. September) gewinnt Dr. Wilhelm Philipp auf Bugatti im
Flachrennen den 2. Preis in der Klasse für Fahrzeuge von 3-8 PS. Sieger in der Klasse ist Georg Conzen aus Aachen.
I. Automobil-Turnier in Dülken, 26.Oktober 1924 Der Erfolg des Motorrad-Derbys animierte Dr. Philipp und seinen “Club für Motorsport Dülken” offenbar, eine
ähnliche Veranstaltung abzuhalten, jedoch außer für Motorräder erstmals auch für Automobile. Eine Ankündigung erschien am 18.10.1924 in der Deutschen Motorsportzeitung: Ob dahinter auch eine Rivalität der beiden Clubs zu sehen ist, muss offen bleiben. Im folgenden Jahr taten Club für Motorsport und Motorrad-Club Flottweg jedenfalls das wahrscheinlich einzig sinnvolle, indem sie gemeinsam ein Automobil- und Motorradderby ausrichteten.
“Automobil-Tournier in Dülken - Jede Sportart hat in unserer Stadt Anhänger und findet Unterstützung. Die jüngste
Vereinigung in der bunten Reihe ist der Klub für Motorsport e.V. Dülken. Neben dem Motorradklub „Flottweg“, der ausschließlich die Förderung und Pflege des Motorradsports auf seine Fahne geschrieben hat, wendet die neue
Gruppe ihr Hauptinteresse dem Automobil zu. Eigentlich bietet die Gründung des Klubs in unserer Zeit, in der wir eine nie gekannte Popularisierung des Kraftfahrwesens sehen, keine Überraschung. Auch für den Freund des
Kraftwagens gibt es eine Menge gleichlaufender Interessenlinien, die einen Zusammenschluß zur Förderung dieser Belange und zur Pflege sportlicher Ziele natürlich erscheinen lassen. Die abends in der Bürgergesellschaft stattfindende Siegerverkündigung hatte folgendes Resultat: Schnellster Fahrer des Tages: Harry Heyer, Krefeld, Douglas, 106 Kilom. Flachrennen Tourenwagen bis 4 Steuer-PS: 1. Ferdy Togrund, Dülken, Aries 2. Schürenberg, M.Gladbach, Citroen
Theodor Hilgers aus Krefeld in seinem Fiat-Sportwagen. Beim Flachrennen in Dülken 2. in der Klasse der Tourenwagen bis 6 Steuer-PS. Das Foto hier stammt jedoch nicht aus Dülken, sondern aus der Festschrift “50 Jahre Automobil- und Motorsport-Club e.V. Krefeld 1921-1971.” Rennwagen Geschicklichkeitsprüfung: 1. Paul Graß, Rheindahlen, [RSR?], 2. Hermann Schüll, Düren, Opel, 3. Curt Hengst, Dülken, Chevrolet, 4. Curt Volkhardt, Köln, Mölkamp-Ceirane [sic!], 5. Curt Wittfeld, Krefeld, Dürkopp, 6. Erwin Johaning, Köln, Rabag-Bugatti Die besten schnellsten Fahrer des Tages erhielten je einen Wanderpreis, Harry Heyer-Krefeld den Wanderpreis des
Klubs und Curt Volkhardt-Köln den Wanderpreis der Stadt Dülken.”
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