Notizen zur Geschichte des Motorsports in Dülken - Seite 3: 1925 - 1927

 

1925

Der Vorstand des Motorsport Club „Flottweg 1920“ Dülken (Rhld.) ADAC im Januar 1925:
1. Vorsitzender: Josef Nießen, Dülken, Bahnhofstr. 8
2. Vorsitzender: Albert Wolters, Niederkrüchten
1. Schriftführer: Josef Kloeters, Dülken, Langestr. 129
2. Schriftführer: Carl Feldges, Dülken, Marktstr.
1. Kassierer: Josef Mühlenbruch, Boisheim
2. Kassierer: Carl Gottschalk, Dülken, Langestr.
Sportleiter: Gustav Spanknebel, Viersen, Burgstr.
Clublokal: Sommerrestaurant Castellchen bei Dülken, Versammlungen jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat, abends 8 Uhr
Deutsche Motorsportzeitung 3/1925 (17.01.1925)

Der Vorstand des Club für Motorsport e.V. Dülken im März 1925:
Vorsitzender: Dr. W. Philipp
Schrift- u. Kassenführer: Dagobert Kutscheidt
Sportleiter: Kurt Spindler
Clublokal: Hotel zur Post, Dülken
Clubabend: jeden Freitag um 8 ½ Uhr
Deutsche Motorsportzeitung 11/1925 (14.03.1925)

 

Internationales Niederrheinisches Auto- und Motorradderby 1925 am 7. Juni 1925 in Dülken
“Die großen Erfolge, die das niederrheinische Motorradderby in den vergangenen Jahren aufweisen konnte, haben dazu geführt, das Programm für die diesjährige Veranstaltung bedeutend zu erweitern. Der wachsenden Bedeutung des Kraftfahrsports Rechnung tragend, haben sich nämlich die beiden Dülkener Clubs, der Klub für Motorsport (Vorsitzender Dr. Philipp) und der Motorradclub Flottweg 1922 [sic] (Vorsitzender Josef Nießen) zusammengeschlossen, um das klassische Derby zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges zu gestalten.
Die Fahrt ist auch in diesem Jahre eine reine Geschwindigkeitsprüfung. Zugelassen sind Rennwagen, Tourenwagen und Motorräder jeder Stärke in- und ausländischen Fabrikats. Die nunmehr klassische Rundstrecke (33,6 KM), die von Dülken über Waldniel, Niederkrüchten, Brüggen, Boisheim wieder nach Dülken führt, ist in idealem Zustande. Keine Brücken, keine Eisenbahnübergänge etc. behindern den Fahrer, sodaß auch in diesem Jahre wieder sportliche Hochleistungen zu erwarten sind. Von gleicher Länge wie die berühmte Eifelstrecke, aber im Gegensatz zu dieser fast ohne Steigungen, bildet die Derbystrecke eine glückliche Ergänzung zu dem 14 Tage später stattfindenden Eifelrennen.
Um zwei wertvolle Wanderpreise und zahlreiche Ehrenpreise geht der Kampf. Den einen, für die schnellste Zeit der Kraftfahrzeuge, hat der bekannte Rennfahrer Kurt C. Volkhart zu verteidigen, den anderen, für Motorräder, hat Harry Heyer, Krefeld, inne, der erst kürzlich auf der Lippefahrt ein Durchschnittstempo von über 120 KM gefahren ist. Die weiteren Anmeldungen, die der Geschäftsstelle bereits vor Herausgabe der Ausschreibung zugingen, enthalten die Namen bekannter deutscher Industrie- und Herrenfahrer.
Organisation und Durchführung der Veranstaltung liegen in den Händen bewährter Sportleute. Die vielfachen Erfahrungen der Vorjahre lassen erwarten, daß das Rennen sich reibungslos abwickeln wird.
Der Ausschreibung entnehmen wir, daß der Start für Kraftwagen 6 Uhr vorm. am Südausgange Dülkens, für Motorräder 2 Uhr nachmittags am Restaurant Castellchen stattfindet. Ziel ist Restaurant Csstellchen bei Dülken. Die Rundstrecke muß je nach Stärke der Fahrzeuge bis zu 6 mal durchfahren werden; sie ist am Renntage für jeden Verkehr gesperrt. Die Abnahme findet am Vortage bis 7 Uhr nachm. auf dem Neumarkt in Dülken statt. Ausschreibungen und Nennungsformulare versendet kostenlos das Büro der Rennleitung, z.H. Herrn Dagobert Kutscheidt, Dülken, Friedensstraße.“
Deutsche Motorsportzeitung 17/1925 (25.04.1925)

“Niederrheinisches Auto- und Motorradderby am 7. Juni 1925 Dülken (Rhld.) - Nachdem die Ausschreibungen in großer Zahl herausgegangen sind und die Presse die ersten Nachrichten über die Veranstaltung gebracht hat, hat die Arbeit der Rennleitung mit Hochdruck eingesetzt. Bereits jetzt, 5 Wochen vor dem Rennen, sind eine große Anzahl Nennungen eingegangen, so daß mit einem Meeting der berühmten 'Kanonen' zu rechnen ist. Die Agrippina hat ihre Tatkraft und ihre Organisation zur Verfügung gestellt. An der Strecke wird fleißig gearbeitet. Die letzte schlechte Stelle bei Brüggen ist inzwischen auch beseitigt. Demnach kann damit gerechnet werden, daß Rekordzeiten herausgefahren werden. Von den eingegangenen Nennungen sind zu erwähnen: Volkhart-Köln, Noll-Düsseldorf, Conzen-Aachen und viele andere. Von Motorradfahrern werden nahezu alle Teilnehmer, die um den Goldenen Kranz des Siebengebirges gefahren haben, kommen. Aus Bayern hat der bekannte Sportmann Lanzendorfer sein Erscheinen zugesagt. Auskünfte erteilt die Rennleitung, Herr Dagobert Kutscheidt, Dülkeen, Friedensstraße 3, kostenlos.“
Deutsche Motorsportzeitung 19/1925 (09.05.1925)

“Club für Motorsport Dülken: Bericht über die Generalversammlung am 30. April 1925. - Der erste Vorsitzende, Dr. Philipp, eröffnete um 9 Uhr die beschlußfähige Generalversammlung. Nach dem Bericht des Vorstandes über die Vorarbeiten zum Derby wurden die bisherigen Maßnahmen gebilligt und der Vorstand beauftragt, alle Schritte zu tun, um die Veranstaltung zu einem Sportereignis ersten Ranges zu gestalten. Nach Entgegennahme des Kassenberichtes wurde dem Vorstand und der Kasserverwaltung die geforderte Entlastung erteilt. Weiter wurde beschlossen, noch vor Abhaltung des Derbys zwei interne Clubfahrten zu veranstalten und zwar am 10. Mai, Start 1 Uhr mittags Clublokal, Fahrt nach Oberkassel bei Düsseldorf zum Besuche des  internationalen Bahnrennens und am 17. Mai (Himmelfahrt) Gesellschaftsfahrt mit Punktwertung nach Kleve über Xanten. Start 8 Uhr vorm. Clublokal.
Wichtige Mitteilung: Jeden Dienstag und Freitag, abends 8.30 Uhr, finden im Hotel zur Post, Dülken, die Vorbespechungen und Vorarbeiten für das Derby statt. Wir richten an alle Mitglieder die Bitte, zu den Zusammenkünften pünktlich und zahlreich zu erscheinen, da die geplante großzügige Aufmachung der Veranstaltung Zusammenfassung und Mitarbeit aller Kräfte erfordert. Der Vorstand“
Deutsche Motorsportzeitung 19/1925 (09.05.1925)

“Die beiden Dülkener Clubs, der Club für Motorsport und der Motorradclub „Flottweg 1920“ haben sich zusammengeschlossen, das Derby auszufahren.
Die Fahrt ist eine reine Geschwindigkeitsprüfung. Zugelassen sind Rennwagen, Tourenwagen und Motorräder jeder Stärke in- und ausländischen Fabrikats. Die Rundstrecke (33,6 KM), die von Dülken über Waldniel, Niederkrüchten, Brüggen, Boisheim wieder zurück nach Dülken führt, ist in gutem Zustand.
Der Ausschreibung entnehmen wir, daß der Start für Kraftwagen 6 Uhr vormittags am Südausgangs Dülkens, für Motorräder 2 Uhr nachmittags am Restaurant Castellchen stattfindet. Ziel ist Restaurant Castellchen bei Dülken. Die Rundstrecke muß je nach Stärke der Fahrzeuge bis zu sechsmal durchfahren werden. Die Abnehme findet am Vortage bis 7 Uhr nachmittags auf dem Neumarkt in Dülken statt. Ausschreibung und Nennungsformulare versendet kostenlos das Büro der Rennleitung, z.H. d. Hr. Dagobert Kutscheidt, Dülken, Friedenstraße 3.”
Allgemeine Automobil Zeitung (Berlin) 1925 Nr. 21, 23.05.1925


Fotos aus dem Nachlass von Dagobert Kutscheidt. Möglicherweise zeigen sie Ernst Wilms aus Mönchengladbach beim Rennen in Dülken 1925,  Sieger in der Klasse Sportwagen bis 6 Steuer-PS ohne Kompressor, auf Bugatti T30 (frdl. Hinweis O. Kuhn).

 

“Nur noch kurze 14 Tage trennen uns von dem großen motorsportlichen Ereignis. Die Vorarbeiten sind bereits soweit gediehen, dass man von einem guten Gelingen sprechen darf.
Die besten Fahrer haben sich für den Tag verpflichtet, sodaß wirklich interessante Kämpfe ausgefochten und die Zuschauer dauernd in Atem gehalten werden. Kommen doch u.a. der berühmte Bahnmeister Paul Rüttchen, Erkelenz, mit seiner nicht zu schlagenden Harley-Davidson-Maschine, Harry Heier, Krefeld auf der fabelhaft schnellen Douglas, Nacken und Woudhouse, beide auf Sunbeam, Wenzel, Düsseldorf auf Pamph [sic] und viele andere. Diese Namen allein genügen schon, um einen nervenkitzelnden Sport zu sichern.
Auch aus der Reihe der Automobilfahrer liegen zahlreiche Nennungen vor. Es starten frühmorgens um 6 Uhr zunächst die Rennwagen, daran anschließend Sport- und Tourenwagen. Die Rennleitung hat sich außerdem veranlaßt gesehen, eine Klasse für Motorräder mit Seitenwagen und einige Klassen für Sportwagen einzulegen.
Am Ziel (Restaurant Castellchen) ist am Renntage eine Tribüne für das sportliebende Publikum aufgebaut und wir bitten alle Sportfreunde und -freundinnen von dieser schönen Einrichtung recht lebhaften Gebrauch zu machen. Für die glatte Abwicklung des Programms ist es auf jeden Fall erforderlich, daß die Fahrbahn immer frei ist und aus diesem wichtigsten Punkte schon können wir die Benutzung der Tribüne allen nur dringlichst empfehlen. Während der Rennen findet dortselbst Konzert statt.
Wir richten heute schon an alle Besucher die dringende Bitte, den Anordnungen der Kontrollposten unbedingt Folge zu leisten.”
Dreistädtezeitung (Viersen) 30.05.1925

“Niederrheinisches Auto- und Motorradderby 1925 am 7. Juni in Dülken (Rhl.). - Nur noch wenige Tage trennen die Sportwelt von einer Veranstaltung, die weit über den Niederrhein hinaus Aufsehen erregen wird, da die bisher eingegangenen Nennungen, unter denen sich nahezu alle erfolgreichen rheinischen Fahrer von Ruf befinden, harte Kämpfe und hervorragenden Sport erwarten lassen. In der Rennwagenklasse dürften Noll und Volkhardt [sic] große Aussichten auf Sieg haben. Von Touren- und Sportwagen sind unter den sehr zahlreichen Anmeldungen Conzen, Aachen, Wilms, Mönchengladbach, Wanders, Uerdingen, Schryen, Lindern und Direktor Schulz, Essen, hervorzuheben. Unter den Motorradfahrern dürfte der Kampf zwischen dem deutschen Bahnmeister Rüttchen, Erkelenz und Heyer, Krefeld heiß werden; auch Wenzel, Düsseldorf, Kocken, Krefeld und Spanknebel, Viersen wie auch Nacken, Jülich haben gute Aussichten. Unter den schwachen Maschinen werden Fuchs, Erkelenz, Jüngerkes, Viersen und DKW sich den Siegeskranz streitig machen.
In den Sportkreisen liefen Gerüchte um, der ADAC habe gegen die Veranstaltung ein Startverbot erlassen, da einer der Dülkener Klubs nicht Ortsgruppe des ADAC sei. Hierzu wird ausdrücklich mitgeteilt, daß allerdings vorübergehend Differenzen wegen des Termines mit dem ADAC bestanden haben, daß diese aber, nachdem sich der Club für Motorsport e.V. Dülken ebenfalls dem ADAC als Ortsgruppe angeschlossen hat, beigelegt wurden. Die Veranstaltung findet also bestimmt und bei jeder Witterung am 7. Juni statt. Das Ehrenprotektorat hat der Regierungspräsident Bergemann, Düsseldorf übernommen, im Ehrenausschuß sind an bekannten Persönlichkeiten u.a. Direktor Thomas, Gauvorsitzender des ADAC, Herr Schlee [sic], Gausportleiter und Abgeordnete der Behörden vertreten. - Die Rennleitung gibt weiter bekannt, daß in der Ausschreibung insofern Änderungen veranlaßt wurden, als die Einlegung mehrerer Sportwagenklassen und eine Seitenwagenklasse beschlossen wurden.“
Deutsche Motorsportzeitung 23/1925 (06.06.1925)

“Die Sportleiter der Dülkener Motorsportklubs teilten uns mit, daß die Rennen am Sonntag eine zahlreiche Beteiligung erfahren werden. Besonders durch die Verlegung der eigentlich am selben Tag angesetzten Fahrt um den Hanaupokal, der von Düsseldorf nach Wiesbaden fahren sollte, sind eine Anzahl bekannter Düsseldorfer Fahrer frei geworden, die in letzter Stunde ihre Beteiligung angesagt haben. Aus technischen Gründen mußte der Start für Automobile anstatt an der Windmühle an das Castellchen verlegt werden, worauf wir besonders hinweisen. Die Tribünenbesucher am Ziel können deshalb auch den Start bequem verfolgen. Da die Tribünenkarten im Gegensatz zu den Gepflogenheiten bei ähnlichen Veranstaltungen zu einem sehr mäßigen Preise ausgegeben werden, wird der Veranstalter mit dieser neuen Einrichtung zweifellos einen großen Erfolg haben. Es muß bei dieser Gelegenheit erneut darauf hingewiesen werden, daß alle Zuschauer den Anordnungen der Funktionäre betr. Freihalten der Strecke unbedingt folgen müssen. Kleine Kinder und Hunde gehören am Sonntag ins Haus. In Kurven ist es lebensgefährlich, sich an der Innenseite aufzuhalten. Der Schluß der Rennen ist daran erkenntlich, daß ein Fahrzeug der Rennleitung mit der Aufschrift Schlußwagen die Strecke abfährt. Bis zum Erscheinen dieses Wagens ist jeder Verkehr auf der Strecke mit Fahrrädern und anderen Fahrzeugen streng untersagt.”
Dreistädtezeitung (Viersen) 06.06.1925

“Erfolgreiche Viersener Motorradfahrer. - Bei dem am Sonntag in Dülken veranstalteten Niederrheinischen Motorrad- und Automobilderby starteten nachmittags bei dem Motorrad-Wettbewerb auch Viersener Sportler. In der scharfen Konkurrenz wußten sie sich wohl zu behaupten, sodaß sie preisgekrönt nach Viersen zurückkehren konnten. Herr Jüngerkes errang in Klasse 1 (drei Runden) den ersten Preis (Durchschnitts-Geschwindigkeit 58,1 KM auf „Jüngerkes“). In Klasse 3 (drei Runden) fuhr Herr Heinz Hüpkes mit einem Tempo von mehr als 80 KM auf „New-Hudson“ und belegte den zweiten Platz. In Klasse 5 (6 Runden) wurde Herr Spanknebel, Viersen auf K.M.B. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 72 KM Zweiter. Den Siegern herzl. Glückwusch!”
Dreistädtezeitung (Viersen) 09.06.1925

“Kraftrad-Unfall mit tödlichem Ausgang. - Auf der Boisheimer Nette, unmittelbar gegenüber der Wirtschaft Walschatt, ereignete sich gestern mittag gegen 4 Uhr ein schrecklicher Unglücksfall, dem ein junges blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Einem uns darüber zugegangenen Bericht entnehmen wir folgendes: Gestern mittag um 4 Uhr kamen 4 Motorfahrer in rasendem Tempo durch die Venloerstraße. Gegenüber der Wirtschaft Walschatt, Boisheimer Nette, fuhr einer der Fahrer gegen einen aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Fordwagen. Dem ersten Fahrer, Herr Heyer aus Krefeld, war es noch gerade gelungen, an dem Kraftwagen vorbeizukommen. In der großen Staubwolke scheint der zweite Fahrer, Herr Kaufm. K. aus Krefeld, den Fordwagen nicht mehr gesehen zu haben oder er hat nicht mehr ausweichen können. Mit voller Wucht fuhr er auf den Wagen und fiel gleich mit zertrümmerter Schädeldecke vom Rade, sodaß der Tod fast unmittelbar eingetreten ist. Der Aufprall war von solcher Gewalt, daß die Achse der Vorderräder des Fordwagens durchbrach. Herr Dr. Hoogen war bald zur Stelle; er konnte leider nur den Tod feststellen und ordnete die Überführung der Leiche ins Krankenhaus an. Der so plötzlich ums Leben gekommene Motorradfahrer soll an dem Rennen am Sonntag nicht teilgenommen haben.”
Dreistädtezeitung (Viersen) 09.06.1925


Foto aus dem Nachlass von Dagobert Kutscheidt. Wahrscheinlich eine Szene vom Rennen 1925.

 

“Niederrh. Motorrad- u. Automobilderby am 7. Juni 1925 in Dülken. - Die jüngste Ortsgruppe des ADAC, der Klub für Motorsport [...] Dülken, hatte gemeinschaftlich mit dem Motorsportklub „Flottweg 1920“ eine großzügige Veranstaltung angesetzt, die zu einem großen sportlichen Erfolge geworden ist. Dem Starter stellten sich 19 Renn-, Sport- und Tourenwagen und 61 Motorräder, die die bekannte Rundstrecke Dülken, Waldniel, Niederkrüchten, Brüggen, Boisheim, Dülken (33,6 KM) je nach Stärke der Maschinen bis zu sechsmal zu durchfahren hatten.
Die Rennstrecke selbst war in sehr gutem Zustande. Absperrung und Organisation mußte im allgemeinen als mustergültig bezeichnet werden. Die sportlichen Leistungen der Fahrer sind als ganz hervorragend zu bezeichnen. Die schnellste Zeit des Tages für Kraftfahrzeuge fuhr Schulz=Essen, der auf der sehr schwierigen Rundstrecke mit ihren vielen Kurven ein Durchschnittstempo von 94,4 Kilometer erreichen konnte. An der berüchtigten Kurve vor dem Orte Boisheim, die bisher in jedem Jahre Opfer erforderte, wurden mehrere Wagen herausgetragen, ohne daß Personenschäden sich ereigneten. Wanders=Uerdingen fuhr hier seinen Avions gegen einen Baum und restlos zu Bruch. Weidmann=Düren landete mit seinem neuen Alfa Romeo im Graben  und mußte seinen Wagen in stark defektem Zustande abschleppen lassen. Eine fabelhafte Leistung vollbrachte Schryen mit seinem NAG-Sport-Viersitzer. Er wurde in einer Kurve durch einen Motorradfahrer behindert und wurde dadurch gezwungen, mit äußerster Kraft zu bremsen. Dabei überschlug sich sein Fahrzeug. Es gelang Schryen, der bei dem Sturze mit Hautabschürfungen davon gekommen war, mit Hilfe des Publikums das Fahrzeug wieder umzuwenden und fahrbereit zu bekommen. Der von ihm errungene erste Preis in seiner Klasse ist ihm als wohl verdienter Erfolg zuzurechnen. Johaning[?]=Köln fuhr eine fabelhaft schnelle Runde mit 94,1 KM Durchschnitt, mußte dann aber wegen eines Defektes aufhören. Conzen=Aachen fuhr einen Wagen ebenfalls zu Bruch, ohne selbst dabei Schaden zu nehmen. Eine sehr gute Leistung vollbrachte Kuhnke auf Möllkamp-Touren-Wagen, der einen Durchschnitt von 88,6 KM erreichen konnte.
Das Rennen der Motorräder brachte sensationelle Kämpfe zwischen Rüttchen=Erkelenz, dem deutschen Bahnmeister, und Heyer=Krefeld, der zu Gunsten Heyers entschieden wurde, da Rüttchen in der fünften Runde infolge Defekts aufgeben mußte, nachdem er mehrere Runden in der noch nie erreichten Rekordzeit von je 18[?],6 Minuten zurückgelegt hatte. Nacken=Jülich hatte leider Pech und mußte aufhören. Die Hitze des Nachmittags wirkte auf viele Maschinen ungünstig ein, sodaß im allgemeinen die bei den Wagen erzielten Geschwindigkeiten nicht erreicht werden konnten. Unter den kleinen Fahrzeugen ist das Abschneiden von Klein auf Rush und Dorst auf Velocette bemerkenswert. Hoppe auf AJS und Hüpkes auf Hudson fuhren beide Tempos von über 80 KM, Schrodt=Essen konnte auf seiner BMW den ersten Preis in seiner Klasse machen. Infolge des Ausscheidens von Rüttchen konnte Groß=Rheindahlen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96 KM den Wanderpreis erringen. Das Interesse des Publikums an der Veranstaltung war ein außergewöhnlich großes, Tausende von Menschen umsäumten die Rennstrecke von Morgens bis Abends; sie sind sportlich alle auf ihre Kosten gekommen.

Nachstehend die ganzen Resultate:

Tourenwagen bis 4 PS (1 Runde gleich 33,6 Kilometer): 1. Frings (Aachen), Opel, 58 Kilometer Durchschnitt, 2. Niessen (Dülken) , Citroen, 52 Kilometer Durchschnitt, 3. Kleinhaus (Dülken), Opel, 48 Kilometer Durchschnitt

Tourenwagen über 10 PS (4 Runden gleich 134,4 Kilometer): 1. Kuhnke (Köln), Möllkamp, 88,6 Kilometer Durchschnitt

Tourenwagen über 14 PS (4 Runden): 1. Schulz (Essen), Mercedes, 94,4 Kilometer Durchschnitt, 2. Donath (Krefeld), Adler, 84,3 Kilometer Durchschnitt

Sportwagen bis 6 PS (4 Runden), A: Wagen mit Kompressor: 1. Lammertz (Aachen), Mercedes, 89,2 Kilometer, B: Wagen ohne Kompressor: 1. Wilms (M.Gladbach), Bugatti, 82,2 Kilometer, 2. Müller (Düsseldorf), NSU, 76 Kilometer, 3. Hilgers (Krefeld), Fiat, 70,1 Kilometer

Sportwagen über 6 PS (4 Runden): 1. Schryen (Lindern), NAG, 72,2 Kilometer, 2. Glätt (Köln), Amor, 48,4 Kilometer

Motorräder, Klasse 1 (3 Runden): 1. Jüngerkes (Viersen), Jüngerkes, 58,1 Kilometer, 2. Frings (Aachen), DKW, 42,9 Kilometer, 3. Goretzki (Euskirchen), Neander, 38 Kilometer

Klasse 2 (3 Runden): 1. Dorst (Düsseldorf), Velocette, 81,1 Kilometer, 2. Klein (Brachelen), Rush, 81,1 Kilometer, 3. Siede[r] (Düsseldorf), Velocette, 62,6 Kilometer

Klasse 3 (3 Runden): 1. Hoppe (Solingen), AJS, 87,6 Kilometer, 2. Hüpkes (Viersen), New-Hudson, 80,7 Kilometer, 3. Westerop (Lintorf), AJS, 77,5 Kilometer, 4. Dutzi [?] (Köln), AJS, 56,1 Kilometer

Klasse 4 (5 Runden): 1. Schroth (Essen), BMW, 86,7 Kilometer, 2. Heyer (Krefeld), Douglas, 59,2 Kilometer

Klasse 5 (6 Runden): 1. Kocken [?] (Krefeld) ... [?], 74,2 Kilometer, 2. Spanknebel (Viersen), KMB, 72 Kilometer

Klasse 6 (6 Runden): 1. Groß (Rheindahlen), Harley, 96,6 Kilometer

Klasse 7 mit Beiwagen (2 Runden): 1. Visé (Aachen), Harley, 86,7 Kilometer, 2. Rubin (Düsseldorf), Harley, 48,4 [?] Kilometer”

Dreistädtezeitung (Viersen) 13.06.1925


Fotos aus dem Nachlass von Dagobert Kutscheidt. Sie zeigen wahrscheinlich einige der Unfälle beim Rennen 1925. Bild unten ein Alfa Romeo, möglicherweise der im Bericht der Dreistädtezeitung erwähnte Wagen von Weidmann aus Düren.

 

Gegenüber dem Januar (s.o.) ist der Vorstand des Motorrad-Clubs Flottweg 1920 Dülken im November des Jahres auf mehreren Positionen neu besetzt:
1. Vorsitzender: Josef Nießen, Dülken, Bahnhofstr. 8
2. Vorsitzender: Ernst Mostertz, Dülken, Augustastr.
1. Schriftführer: Josef Kloeters, Dülken, Langestr. 129
2. Schriftführer: Albert Holtappels, Viersen
1. Kassierer: Josef Mühlenbruch, Boisheim
2. Kassierer: Carl Gottschalk, Dülken, Langestr.
Sportleiter: Josef Jüngerkes, Viersen, Remigiusstr. 43.
Clublokal: Sommerrestaurant Castellchen bei Dülken, versammlungen jeden 1. und 3. Mittwoch im onat, abends 8 Uhr
Deutsche Motorsportzeitung 48/1925 (28.11.1925)

 

1927

Dr. Philipp, Vorsitzender des Clubs für Motorsport Dülken, fungiert als Funktionär (Start und Zeitnehmer, Wagenabnahme) beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings am 18./19. Juni 1927. Im Rennen 1 für Motorräder bis 175 ccm hat Josef Jüngerkes aus Viersen auf DKW genannt, Mitglied des Motorsportclubs “Flottweg 1920” Dülken.
Der Nürburgring 7/1927 (zgl. Offizielles Programmheft für die Eröffnungsfeier des Nürburgring und die Eifelrennen 1927)

weiter: 1928