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Notizen zur Geschichte des Motorsports in Dülken - Seite 3: 1925 - 1927
1925 Der Vorstand des Motorsport Club „Flottweg 1920“ Dülken (Rhld.) ADAC im Januar 1925: Der Vorstand des Club für Motorsport e.V. Dülken im März 1925:
Internationales Niederrheinisches Auto- und Motorradderby 1925 am 7. Juni 1925 in Dülken “Niederrheinisches Auto- und Motorradderby am 7. Juni 1925 Dülken (Rhld.) - Nachdem die Ausschreibungen in großer Zahl herausgegangen sind und die Presse die ersten
Nachrichten über die Veranstaltung gebracht hat, hat die Arbeit der Rennleitung mit Hochdruck eingesetzt. Bereits jetzt, 5 Wochen vor dem Rennen, sind eine große Anzahl Nennungen eingegangen, so daß mit einem Meeting der
berühmten 'Kanonen' zu rechnen ist. Die Agrippina hat ihre Tatkraft und ihre Organisation zur Verfügung gestellt. An der Strecke wird fleißig gearbeitet. Die letzte schlechte Stelle bei Brüggen ist inzwischen auch beseitigt.
Demnach kann damit gerechnet werden, daß Rekordzeiten herausgefahren werden. Von den eingegangenen Nennungen sind zu erwähnen: Volkhart-Köln, Noll-Düsseldorf, Conzen-Aachen und viele andere. Von Motorradfahrern werden nahezu
alle Teilnehmer, die um den Goldenen Kranz des Siebengebirges gefahren haben, kommen. Aus Bayern hat der bekannte Sportmann Lanzendorfer sein Erscheinen zugesagt. Auskünfte erteilt die Rennleitung, Herr Dagobert Kutscheidt,
Dülkeen, Friedensstraße 3, kostenlos.“ “Club für Motorsport Dülken: Bericht über die Generalversammlung am 30. April 1925. - Der erste Vorsitzende, Dr. Philipp, eröffnete um 9 Uhr die beschlußfähige
Generalversammlung. Nach dem Bericht des Vorstandes über die Vorarbeiten zum Derby wurden die bisherigen Maßnahmen gebilligt und der Vorstand beauftragt, alle Schritte zu tun, um die Veranstaltung zu einem Sportereignis ersten
Ranges zu gestalten. Nach Entgegennahme des Kassenberichtes wurde dem Vorstand und der Kasserverwaltung die geforderte Entlastung erteilt. Weiter wurde beschlossen, noch vor Abhaltung des Derbys zwei interne Clubfahrten zu
veranstalten und zwar am 10. Mai, Start 1 Uhr mittags Clublokal, Fahrt nach Oberkassel bei Düsseldorf zum Besuche des internationalen Bahnrennens und am 17. Mai (Himmelfahrt) Gesellschaftsfahrt mit Punktwertung nach Kleve
über Xanten. Start 8 Uhr vorm. Clublokal. “Die beiden Dülkener Clubs, der Club für Motorsport und der Motorradclub „Flottweg 1920“ haben sich zusammengeschlossen, das Derby auszufahren.
“Nur noch kurze 14 Tage trennen uns von dem großen motorsportlichen Ereignis. Die Vorarbeiten sind bereits soweit
gediehen, dass man von einem guten Gelingen sprechen darf. “Niederrheinisches Auto- und Motorradderby 1925 am 7. Juni in Dülken (Rhl.). - Nur noch wenige Tage trennen die
Sportwelt von einer Veranstaltung, die weit über den Niederrhein hinaus Aufsehen erregen wird, da die bisher eingegangenen Nennungen, unter denen sich nahezu alle erfolgreichen rheinischen Fahrer von Ruf befinden, harte
Kämpfe und hervorragenden Sport erwarten lassen. In der Rennwagenklasse dürften Noll und Volkhardt [sic] große Aussichten auf Sieg haben. Von Touren- und Sportwagen sind unter den sehr zahlreichen Anmeldungen Conzen,
Aachen, Wilms, Mönchengladbach, Wanders, Uerdingen, Schryen, Lindern und Direktor Schulz, Essen, hervorzuheben. Unter den Motorradfahrern dürfte der Kampf zwischen dem deutschen Bahnmeister Rüttchen,
Erkelenz und Heyer, Krefeld heiß werden; auch Wenzel, Düsseldorf, Kocken, Krefeld und Spanknebel, Viersen wie auch Nacken, Jülich haben gute Aussichten. Unter den schwachen Maschinen werden Fuchs, Erkelenz, Jüngerkes,
Viersen und DKW sich den Siegeskranz streitig machen. “Die Sportleiter der Dülkener Motorsportklubs teilten uns mit, daß die Rennen am Sonntag eine zahlreiche
Beteiligung erfahren werden. Besonders durch die Verlegung der eigentlich am selben Tag angesetzten Fahrt um den Hanaupokal, der von Düsseldorf nach Wiesbaden fahren sollte, sind eine Anzahl bekannter Düsseldorfer Fahrer
frei geworden, die in letzter Stunde ihre Beteiligung angesagt haben. Aus technischen Gründen mußte der Start für Automobile anstatt an der Windmühle an das Castellchen verlegt werden, worauf wir besonders hinweisen. Die
Tribünenbesucher am Ziel können deshalb auch den Start bequem verfolgen. Da die Tribünenkarten im Gegensatz zu den Gepflogenheiten bei ähnlichen Veranstaltungen zu einem sehr mäßigen Preise ausgegeben werden, wird der
Veranstalter mit dieser neuen Einrichtung zweifellos einen großen Erfolg haben. Es muß bei dieser Gelegenheit erneut darauf hingewiesen werden, daß alle Zuschauer den Anordnungen der Funktionäre betr. Freihalten der
Strecke unbedingt folgen müssen. Kleine Kinder und Hunde gehören am Sonntag ins Haus. In Kurven ist es lebensgefährlich, sich an der Innenseite aufzuhalten. Der Schluß der Rennen ist daran erkenntlich, daß ein Fahrzeug
der Rennleitung mit der Aufschrift Schlußwagen die Strecke abfährt. Bis zum Erscheinen dieses Wagens ist jeder Verkehr auf der Strecke mit Fahrrädern und anderen Fahrzeugen streng untersagt.” “Erfolgreiche Viersener Motorradfahrer. - Bei dem am Sonntag in Dülken veranstalteten Niederrheinischen Motorrad-
und Automobilderby starteten nachmittags bei dem Motorrad-Wettbewerb auch Viersener Sportler. In der scharfen Konkurrenz wußten sie sich wohl zu behaupten, sodaß sie preisgekrönt nach Viersen zurückkehren konnten. Herr
Jüngerkes errang in Klasse 1 (drei Runden) den ersten Preis (Durchschnitts-Geschwindigkeit 58,1 KM auf „Jüngerkes“). In Klasse 3 (drei Runden) fuhr Herr Heinz Hüpkes mit einem Tempo von mehr als 80 KM auf
„New-Hudson“ und belegte den zweiten Platz. In Klasse 5 (6 Runden) wurde Herr Spanknebel, Viersen auf K.M.B. mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 72 KM Zweiter. Den Siegern herzl. Glückwusch!” “Kraftrad-Unfall mit tödlichem Ausgang. - Auf der Boisheimer Nette, unmittelbar gegenüber der Wirtschaft Walschatt,
ereignete sich gestern mittag gegen 4 Uhr ein schrecklicher Unglücksfall, dem ein junges blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Einem uns darüber zugegangenen Bericht entnehmen wir folgendes: Gestern mittag um 4 Uhr kamen
4 Motorfahrer in rasendem Tempo durch die Venloerstraße. Gegenüber der Wirtschaft Walschatt, Boisheimer Nette, fuhr einer der Fahrer gegen einen aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Fordwagen. Dem ersten Fahrer,
Herr Heyer aus Krefeld, war es noch gerade gelungen, an dem Kraftwagen vorbeizukommen. In der großen Staubwolke scheint der zweite Fahrer, Herr Kaufm. K. aus Krefeld, den Fordwagen nicht mehr gesehen zu haben
oder er hat nicht mehr ausweichen können. Mit voller Wucht fuhr er auf den Wagen und fiel gleich mit zertrümmerter Schädeldecke vom Rade, sodaß der Tod fast unmittelbar eingetreten ist. Der Aufprall war von solcher Gewalt, daß
die Achse der Vorderräder des Fordwagens durchbrach. Herr Dr. Hoogen war bald zur Stelle; er konnte leider nur den Tod feststellen und ordnete die Überführung der Leiche ins Krankenhaus an. Der so plötzlich ums Leben
gekommene Motorradfahrer soll an dem Rennen am Sonntag nicht teilgenommen haben.”
“Niederrh. Motorrad- u. Automobilderby am 7. Juni 1925 in Dülken. - Die jüngste Ortsgruppe des ADAC, der Klub für
Motorsport [...] Dülken, hatte gemeinschaftlich mit dem Motorsportklub „Flottweg 1920“ eine großzügige Veranstaltung angesetzt, die zu einem großen sportlichen Erfolge geworden ist. Dem Starter stellten sich 19 Renn-,
Sport- und Tourenwagen und 61 Motorräder, die die bekannte Rundstrecke Dülken, Waldniel, Niederkrüchten, Brüggen, Boisheim, Dülken (33,6 KM) je nach Stärke der Maschinen bis zu sechsmal zu durchfahren hatten. Nachstehend die ganzen Resultate: Tourenwagen bis 4 PS (1 Runde gleich 33,6 Kilometer): 1. Frings (Aachen), Opel, 58 Kilometer Durchschnitt, 2. Niessen (Dülken) , Citroen, 52 Kilometer Durchschnitt, 3. Kleinhaus (Dülken), Opel, 48 Kilometer Durchschnitt Tourenwagen über 10 PS (4 Runden gleich 134,4 Kilometer): 1. Kuhnke (Köln), Möllkamp, 88,6 Kilometer Durchschnitt Tourenwagen über 14 PS (4 Runden): 1. Schulz (Essen), Mercedes, 94,4 Kilometer Durchschnitt, 2. Donath (Krefeld), Adler, 84,3 Kilometer Durchschnitt Sportwagen bis 6 PS (4 Runden), A: Wagen mit Kompressor: 1. Lammertz (Aachen), Mercedes, 89,2 Kilometer, B: Wagen ohne Kompressor: 1. Wilms (M.Gladbach), Bugatti, 82,2 Kilometer, 2. Müller (Düsseldorf), NSU, 76 Kilometer, 3. Hilgers (Krefeld), Fiat, 70,1 Kilometer Sportwagen über 6 PS (4 Runden): 1. Schryen (Lindern), NAG, 72,2 Kilometer, 2. Glätt (Köln), Amor, 48,4 Kilometer Motorräder, Klasse 1 (3 Runden): 1. Jüngerkes (Viersen), Jüngerkes, 58,1 Kilometer, 2. Frings (Aachen), DKW, 42,9 Kilometer, 3. Goretzki (Euskirchen), Neander, 38 Kilometer Klasse 2 (3 Runden): 1. Dorst (Düsseldorf), Velocette, 81,1 Kilometer, 2. Klein (Brachelen), Rush, 81,1 Kilometer, 3. Siede[r] (Düsseldorf), Velocette, 62,6 Kilometer Klasse 3 (3 Runden): 1. Hoppe (Solingen), AJS, 87,6 Kilometer, 2. Hüpkes (Viersen), New-Hudson, 80,7 Kilometer, 3. Westerop (Lintorf), AJS, 77,5 Kilometer, 4. Dutzi [?] (Köln), AJS, 56,1 Kilometer Klasse 4 (5 Runden): 1. Schroth (Essen), BMW, 86,7 Kilometer, 2. Heyer (Krefeld), Douglas, 59,2 Kilometer Klasse 5 (6 Runden): 1. Kocken [?] (Krefeld) ... [?], 74,2 Kilometer, 2. Spanknebel (Viersen), KMB, 72 Kilometer Klasse 6 (6 Runden): 1. Groß (Rheindahlen), Harley, 96,6 Kilometer Klasse 7 mit Beiwagen (2 Runden): 1. Visé (Aachen), Harley, 86,7 Kilometer, 2. Rubin (Düsseldorf), Harley, 48,4 [?] Kilometer” Dreistädtezeitung (Viersen) 13.06.1925
Gegenüber dem Januar (s.o.) ist der Vorstand des Motorrad-Clubs Flottweg 1920 Dülken im November des Jahres auf mehreren Positionen neu besetzt:
1927 Dr. Philipp, Vorsitzender des Clubs für Motorsport Dülken, fungiert als Funktionär (Start und Zeitnehmer,
Wagenabnahme) beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings am 18./19. Juni 1927. Im Rennen 1 für Motorräder bis 175 ccm hat Josef Jüngerkes aus Viersen auf DKW genannt, Mitglied des Motorsportclubs “Flottweg 1920” Dülken. |
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