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Notizen zur Geschichte des Motorsports in Dülken
Viele einst bekannte Motorrad- und Autorennen, ausgetragen meist auf öffentlichen Straßen, sind heute längst vergessen. So auch das „Niederrheinische Motorradderby“ mit den Rennen um die „Goldene Windmühle“ in Dülken. Mit einigem Recht konnte Dülken in den 1920er Jahren sogar zeitweise als eine Hochburg des Motorsports am Niederrhein gelten. Verantwortlich dafür waren in erster Linie die beiden sehr aktiven Motorsportclubs in der Stadt, der Club für Motorsport e.V. und der Motorradclub „Flottweg 1920” e.V. Die folgenden Notizen, Zeitungsartikel und Fragmente sind bei verschiedenen Recherchen in anderen Sachen “nebenbei” entstanden. Sie sind hier in eine chronologische Reihenfolge gebracht, die natürlich noch kein vollständiges und abgewogenes Bild ergibt. Auch ist es leider noch nicht gelungen, Programmhefte oder andere Dokumente zu ermitteln, insbesondere von den Veranstaltungen der beiden Clubs, und das, obwohl diese zeitweise sicher überregionale Bedeutung hatten. Dank für Unterstützung, Material und Informationen an Karl Giesen sowie Hugo Boecker, Thomas Bund, Marcus Ewers u. Linda Godry / Stadtarchiv Viersen, René Franken, Michael Müller, Karl Schmitz, Rob Semmeling, Thomas von der Bey. Besonderer Dank an die Nachfahren von Dagobert Kutscheidt und Gustav Spanknebel sowie Heinz Bahnen, die Fotos aus ihren privaten Fotoalben zur Verfügung gestellt haben. Aufgespürt und vermittelt hat diese Aufnahmen Karl Giesen. Ergänzungen und weitere Quellen sind sehr willkommen! --> mail [at] kie4191.de
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Gründung des Motorrad-Club „Flottweg 1920“ in Dülken (Rhld.).
1921 “Ernst Mostertz, selbst. Mechaniker, Augustastr. 4” wird in der ADAC-Zeitschrift “Der Motorfahrer” 22/1921 (2. Juni) unter den neuen ADAC-Mitgliedern aufgelistet, zusammen mit: Hermann Cremers, selbst. Mechaniker, Langestr. 91 und Karl Kirschbaum jr., selbst. Elektrotechniker, Bruchweg 1. Ferner in Heft 34/1921: W. Pfahl, Fabrikant, in Heft 43/1921: J. Güsken, Fabrikbesitzer, Rathausplatz 3 und in Heft 44/1921 G. Rock, Maschinenbauer, Augustastr. 8
1922 15. Juli 1922: Bei der erstmals ausgetragenen Eifelrundfahrt (Vorläufer der “Eifelrennen“ auf dem Nürburgring), auf einem Rundkurs Nideggen (Burg) – Nideggen (Dorf) – Wollersheim – Unter-Vlatten – Heimbach – Schmidt – Nideggen (Burg), sind in den Ergebnissen zwei Dülkener verzeichnet. Ergebnis Klasse 1, Motorräder bis 350 ccm (7 Teilnehmer): 1. Georg Thumshirn, Nürnberg (Ardie) 2. R. Wolf, Berlin (Derad) 3. Christian Berntgen, Köln (Douglas); mit Plakette für eingehaltene Fahrbedingung ausgezeichnet: 4. Ernst Mostertz, Dülken (Wanderer) 5. M. Hülsen, Stolberg (Ardie) 6. K. Rantz, Düsseldorf (NSU) 7. Josef Klöters, Dülken (Wanderer) Distanz: 5 x 33,2 KM = 166 KM
1923 Aus der ADAC-Zeitschrift “Der Motorfahrer”: „Der Vorstand hat nachstehend genannten Club nach Anerkennung seiner Satzung zum ADAC-Club ernannt: Motorrad-Club
‚Flottweg 1920’ in Dülken (Rhld.). 1. Vorsitzender: Herr Ernst Mostertz, Dülken. Schriftführer: Herr Josef Kloeters, Dülken. Briefe an den Schriftführer.“
Motorradrennen auf der Radrennbahn in Wassenberg Am 10. Mai 1923 (Christi Himmelfahrt) ist der “Dülkener Motorradclub” (gemeint ist wohl der MC Flottweg 1920) Mit-Veranstalter der Rad- und Motorradrennen auf
der Radrennbahn in Wasenberg. Wegen schlechten Wetters mussten die Rennen dann auf den 13. Mai verschoben werden. Bei einer weiteren Veranstaltung auf der Wassenberger Rennbahn am 15. oder 22. Juli belegte Gustav Spanknebel auf Cito den 3. Platz im Lauf der “schweren
Maschinen”. Jüngerkes wird in einem Rennen der kleinen Klasse 3. Josef Jüngerkes nahm auch in den beiden kommenden Jahren an Motorradrennen in Wassenberg teil.
Juli 1923: Bahnrennen in Roermond
Da bisher einzige Foto des erfolgreichsten Viersener Motorsportlers der 1920er Jahre, Josef Jüngerkes. Es zeigt ihn als zweiten von rechts
zusammen mit seinem Partner Henkelmann bei einem 24-Stundenrennen auf der Opelbahn bei Rüsselsheim, 1927.
II. Niederrheinisches Motorradderby, 21.05.1923 „Der Motorrad Club Flottweg 1920 Dülken (Rheinland, ADAC) veranstaltet am 21. Mai (Pfingstmontag) sein
‚Rheinisches Motorradderby 1923’. – Die Fahrt ist offen für alle ordentlichen Mitglieder des ADAC. Die verschiedenen Motor-Stärken werden in folgende Klassen eingeteilt, für die folgende
Mindest-Durchschnittsgeschwindigkeiten festgelegt sind: Klasse 1 bis 100 ccm 30 KM, Klasse II bis 150 ccm 35 KM, Klasse III bis 250 ccm 40 KM, Klasse IV bis 350 ccm 45 KM, Klasse V bis 500 ccm 50 KM, Klasse VI bis 750
ccm 55 KM, Klasse VII über 750 ccm 60 KM. Die Fahrt führt über eine Rundstrecke von 30,6 KM.: Castellchen – Dülken – Waldniel – Niederkrüchten – Brüggen – Boisheim – Castellchen. Diese Strecke ist zu durchfahren von
Klasse I einmal, Klasse II zweimal, Klasse II-IV viermal, Klasse V-VI sechsmal. – Nähere Auskunft gibt Josef Kloeters, Dülken (Rheinland), Langestraße, Tel 352 Amt Viersen.“ Ergebnisse des II. Niederrheinischen Motorrad-Derbys um die „Goldene Windmühle von Dülken“ (Pfingstmontag). 100 Meldungen, 62 Fahrer gestartet: Klasse I, bis 100 ccm (1 Runde): 1. Frl. Loni Kellermann, Oedt (DKW) 42 min. 2. P. Wackwitz, Krefeld (Wackwitz) 43
min. 3. E. Uerschels, Viersen (Beck) 47 min. 4. Frau Ackermann, Mönchengladbach (Evans) 56 min. Bemerkenswert ist u.a. die Teilnahme der späteren Spitzenfahrer Anton (Toni) Bauhofer und Josef Stelzer aus München.
8. Juli 1923: Bei Motorradrennen auf der Radrennbahn in Erkelenz belegt Gustav Spanknebel aus Dülken auf
KMB den 4. Platz im Endlauf der Klasse bis 750 ccm sowie den 3. Platz im Endlauf der Klasse über 750 ccm. |
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