Günter Nonninger

Günter Nonninger ist am 23. Juni 2010 an seinem 87. Geburtstag gestorben.

Als aktiver Heimatpfleger und -förderer war er in Lobberich, Leuth und darüber hinaus im gesamten Nette-/Maas-Raum bekannt. Seine besondere Fürsorge galt dem alten Ortskern von Leuth, für dessen Erhalt und Pflege er sich zusammen mit der Denkmalpflege unermüdlich einsetzte.

“Der gelernte Drogist engagierte sich direkt nach der Kommunalen Neugliederung 1970 für den Ausbau des Fremdenverkehrs in Nettetal und im Kreis Viersen. Er eröffnete eine Tretomobil- und Fahrradverleihstation in Leuth, organisierte stadtgeschichtliche Kutsch- und Planwagenfahrten durch das Nettetal.
Er erforschte und dokumentierte seit Jahrzehnten Heimatgeschichte, sammelte Fundstücke aus der Römerzeit des Nette- und Maas-Raumes und betrieb in seinem Haus an der Dorfstraße in Leuth ein kleines Heimatmuseum. Die Exponate übergab er später der Außenstelle des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege in Xanten.
Nonninger gehörte zu den Gründern des deutsch-niederländischen Museumsvereins Sablonibus. Er wurde 1991 vom Landschaftsverband Rheinland mit dem Rheinlandtaler ausgezeichent, von der Stadt bekam er 2003 den Silbernen Nettetaler.”

Quelle: Westdeutsche Zeitung (Kreis Viersen), 28.06.2010

Ganz besonders in Erinnerung bleiben wird die Begeisterung, mit der er Geschichte und Geschichten aus seiner Heimat weitergeben konnte.

Nicht vielen jedoch ist bekannt, dass Günter Nonninger 1950/51 auch einmal kurz auf der Bühne des wiedererwachenden Automobilsports in Deutschland mitmischte.

Zwei Jahre zuvor hatte das erste Rennen auf dem Grenzlandring der Region am linken Niederrhein ein riesiges “Event” bereitet. Dessen Initiator, der Rheydter Textilunternehmer Emil “Teddy” Vorster, hatte sich 1950 inzwischen vom aktiven Motorsport zurückgezogen. Gegen Ende der Saison, am 17. September 1950, stand wieder ein Rennen auf dem Grenzlandring bevor, an dem nun auch der junge Lobbericher Günter Nonninger teilnehmen wollte. Als Mitglied des Rheydter Clubs für Motorsport kannte er natürlich Vorster und erhielt von ihm, wahrscheinlich schon damals mit der ihm eigenen Überzeugungskraft, dessen alten Rennwagen, einen bei Hahn in Stuttgart gebauten Sportwagen mit 1100 ccm-Motor der Marke AFM, der wegen seiner Stromlinien-Karosserie als “weißer Schwan” bekannt war und mit dem Vorster selbst und Willi Heeks jeweils in den beiden Jahren zuvor auf dem Grenzlandring gesiegt hatten.

Aus den Vorberichten der Aachener Nachrichten zum Grenzlandringrennen:

Aachener Nachrichten 12.09.1950

Aachener Nachrichten 15.09.1950

Das Rennen der 1100 ccm-Sportwagen im Programmeft:

Weitere Bilder des Wagens in Lobberich, diesmal ohne die markante abnehmbare Stromlinien-Verkleidung, die der Düsseldorfer Konstrukteur und Bootsbauer Curt Delfosse entworfen hatte:

Nach dem Einsatz am Grenzlandring nahm Günter Nonninger mit dem AFM im darauffolgenen Jahr noch am Maipokalrennen in Hockenheim (14.05.1951) und am Eifelrennen auf dem Nürburgring (03.06.1951) teil. Gerne erzählte er die Geschichte, wie er und sein Team in Hockenheim nach dem Training, in Ermangelung eines zusätzlichen Auspuffrohrs, einfach ein Fallrohr montierten, dass sie zuvor an einem Wohnhaus in Hockenheim “requiriert” hatten.

Natürlich konnte der Neuling Günter Nonninger mit dem nicht mehr frischen Wagen keine Erfolge einfahren. Und auch damals schon war der Automobilsport ein teures Hobby - zu teuer für den jungen Amateur aus Lobberich. Beim Eifelrennen am Nürburgring versuchte er es noch einmal, doch dieser Traum war leider aus. Viele andere hatte er noch vor sich.

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